Verschiedene Erkrankungen erfordern entweder eine akute oder eine geplante Operation an Glaskörper und Netzhaut. Dazu gehören unter anderem:

  • Epiretinale Membran (Macular Pucker, Bindegewebshäutchen in der Netzhautmitte)
  • Makulaforamen: Lochbildung in der Netzhautmitte
  • Glaskörperblutung, z.B. bei Diabetes mellitus oder nach Netzhautriss
  • Netzhautabhebung

Bei diesen Erkrankungen kann eine Vitrektomie (Entfernung des Glaskörpers) nötig sein.

Die Operation wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt und erfordert einen etwa 3-tätigen Aufenthalt im Krankenhaus. Die Operation findet in einem Operationssaal mit Operationsmikroskop unter sterilen Bedingungen statt. Die Operationsdauer hängt von der jeweiligen Erkrankung ab.

Über 3 kleine Zugänge (ca 0,5 mm), die meist nicht genäht werden müssen (25- oder 23- gauge Vitrektomie) wird zunächst der Glaskörper, eine gelartige Flüssigkeit, die das Augeninnere hinter der Augenlinse ausfüllt, mittels eines zarten Saugschneidegerätes (Vitrektor) abgesaugt. Der Glaskörper wird simultan durch eine Flüssigkeit ersetzt, manchmal ist eine spezielle vorübergehende Tamponade mit medizinischem Gas oder in seltenen Fällen Silikonöl erforderlich. Eine Lichtquelle beleuchtet das Augeninnere während des Eingriffs und ermöglicht gezielte Operationschritte mittels feinster Instrumente direkt an der erkrankten Netzhaut. Eine gleichzeitige Operation des grauen Stars wird bei Bedarf durchgeführt.

Nach der Operation werden für etwa 3 Wochen Augentropfen eingetropft.

Kleinschnitt-Vitrektomie kombiniert mit Kataraktoperation

Implantation der Kunstlinse

Kunstlinse bereits im Auge, links Infusionslösung und Lichtquelle,
rechts: Vitrektor, Beginn der Glaskörperentfernung

Blick auf den Augenhintergrund (Netzhaut mit Sehnervenkopf), Entfernung des Glaskörpers